Saisonplanung
Sommerreifen für Lkw-Flotten: Auswahl, Achsen und der richtige Zeitpunkt
Wenn die Winterreifenpflicht am 15. April endet, beginnt für viele Flotten die auslastungsstärkste Zeit des Jahres. Lange Etappen, volle Auflieger, Hitze. Dieser Ratgeber zeigt, welche Linie zu welcher Fahrzeuggruppe passt, wann umgerüstet wird und wie viele Reifen Sie wirklich brauchen.
Hubtrac Reifen Austria, Graz · Stand: Oktober 2026 · Lesedauer ca. 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- „Sommerreifen“ heißt beim Lkw: die Straßenlinie für die warme Saison, also Highway, Regional oder Mixed, je nach Einsatz.
- Winterreifen im Sommer sind erlaubt, verschleißen bei Hitze aber schneller. Abgefahrene Winterreifen lieber im Sommer aufbrauchen als neue.
- Jede Achse erlebt Hitze anders: Antrieb und Trailer bei Volllast am stärksten.
- Rollwiderstand wirkt bei hoher Sommerauslastung über die ganze Flotte.
- Der Reifencheck gehört vor die erste Hitzewelle, die Winterbestellung in den September.
Saisonplan
Das Reifenjahr einer Lkw-Flotte
Die Sommersaison beginnt für den Reifenplan nicht im Juni, sondern im April, und endet nicht im August, sondern mit der Winterbestellung. Fünf Termine strukturieren das Jahr:
Was im Herbst konkret ansteht, zeigt der Beitrag Flotte winterfest machen. Für die Sommermonate selbst, also Druck, Temperatur und Verschleiß im laufenden Betrieb, gibt es das Sommer-Prüfprotokoll.
Auswahl
Welche Linie für welche Fahrzeuggruppe
Die wichtigste Entscheidung fällt nicht zwischen Marken, sondern zwischen Linien. Vier typische Gruppen, vier passende Antworten:

Highway
Lange Autobahnetappen mit konstantem Tempo und hoher Jahresleistung. Niedriger Rollwiderstand und ruhiger Geradeauslauf zählen am meisten.
Highway-Reifen →
Regional
Wechsel zwischen Autobahn und Landstraße, Ladestellen, Kreisverkehre. Robusteres Profil bei weiterhin guter Laufleistung.
Regional-Reifen →
Regional 17.5 / 19.5
Stop-and-go, Rangieren, Bordsteinkontakt. Traktion und Verschleißfestigkeit sind wichtiger als der reine Rollwiderstand.
Verteiler-Größen →
Mixed
Sommer ist Bausaison: Kipper und Mischer auf Asphalt und Baustelle brauchen schnittfeste Profile für losen Untergrund.
Mixed-Reifen →Wer seine Fahrzeuge genauer zuordnen will, findet im Beitrag Transportprofil und Reifenwahl einen interaktiven Profil-Matcher.
Achsen
Was jede Achse im Sommer aushalten muss
Hitze trifft alle Positionen, aber nicht gleich. Am stärksten belastet sind Reifen, die viel Last tragen und viel walken:
Seitenführung und Geradeauslauf auf langen Etappen. Einseitiger Schulterabrieb kommt im Sommer schneller zum Vorschein, Ursache ist meist die Achsgeometrie.
Volllast, Steigungen, Zugkraft: die höchste Walkarbeit im Zug. Bei Zwillingsbereifung auf gleichen Druck in beiden Reifen achten, sonst überhitzt einer.
Trägt den Großteil der Ladung über die ganze Saison und wird am seltensten kontrolliert. Liftachsen und Kurvenfahrt auf engen Ladehöfen belasten zusätzlich.
Umrüsten
Winterreifen im Sommer weiterfahren?
Rechtlich ist das kein Problem: Weder in Österreich noch in Deutschland gibt es ein Verbot für Winterreifen im Sommer. Wirtschaftlich ist es eine Rechnung mit zwei Seiten. Winterreifen haben eine weichere Mischung und mehr Lamellen. Bei Asphalt mit 50 °C und mehr verschleißen sie schneller, werden wärmer und bremsen auf trockener, heißer Fahrbahn schlechter als ein Straßenprofil.
Faustregel für die Praxis
Winterreifen, die unter etwa 5 bis 6 mm liegen und im nächsten Winter in Österreich ohnehin nicht mehr genügen, im Sommer auf Regionalfahrzeugen aufbrauchen. Neue oder fast neue Winterreifen abnehmen und einlagern, kühl und dunkel. Wie das geht, steht im Beitrag Hitze und Reifenlebensdauer.
Interaktiv
Bestell-Rechner: Wie viele Reifen braucht die Flotte?
Geben Sie ein, wie viele Fahrzeuge je Gruppe umgerüstet oder neu bereift werden sollen, und welche Linie dort laufen soll. Der Rechner zählt die Reifen je Achsposition und Modell, inklusive Reserve.
Sattelzüge
Zugmaschine 4x2 (2 + 4 Reifen) und 3-Achs-Auflieger (6 Reifen, Super Single)
Solo-Lkw 22.5"
Motorwagen 4x2 mit 2 + 4 Reifen, ohne Anhänger
Verteiler 19.5"
7,5 bis 18 t, 4x2 mit 2 + 4 Reifen
Vereinfachte Achskonfiguration. Für 6x2-Zugmaschinen, Anhängerzüge oder Zwillingsbereifung am Auflieger passen wir die Mengen im Angebot an. Größen und Lastindex richten sich nach Ihren Fahrzeugen.
Kosten und Absicherung
Rollwiderstand, Laufleistung und Garantie
Bei hoher Sommerauslastung mit vielen Fahrzeugen im Dauereinsatz summiert sich der Rollwiderstand über die ganze Flotte zu einem spürbaren Kostenfaktor. Voraussetzung, dass eine effiziente Linie wirkt, ist der korrekte Druck, gemessen am kalten Reifen. Wie stark Minderdruck den Verbrauch erhöht, zeigt der Simulator im Beitrag Kraftstoff sparen mit dem richtigen Reifendruck, den Vergleich in Euro pro Kilometer der Rechner in Kosten pro Kilometer.
Für die Planung über mehrere Saisons zählt auch die Absicherung. Für Hubtrac gilt:
Einzelheiten und ein Rechner dazu im Beitrag Hubtrac Reifen Erfahrungen.
Vor der Saison
Flotten-Reifencheck vor dem Sommer
Checkliste vor Saisonbeginn
0 / 9FAQ
Häufige Fragen zu Sommerreifen für Lkw-Flotten
Gibt es für Lkw eigene Sommerreifen?
Nicht im Sinne von Pkw-Sommerreifen. Bei Lkw spricht man von Straßenprofilen für Fernverkehr (Highway), Regionalverkehr (Regional) oder Bau (Mixed). In der warmen Saison laufen diese Linien statt der Winterprofile, viele davon tragen trotzdem M+S.
Ab wann darf ich in Österreich auf Sommerbereifung wechseln?
Die Winterreifenpflicht für Lkw über 3,5 t endet am 15. April, für Busse am 15. März. Danach dürfen die Antriebsachsen wieder ohne Winterreifen fahren, solange keine winterlichen Verhältnisse herrschen.
Darf ich mit Winterreifen durch den Sommer fahren?
Ja, das ist erlaubt. Winterreifen verschleißen bei Hitze aber schneller und bremsen auf heißer, trockener Fahrbahn schlechter als Straßenprofile. Sinnvoll ist es, ohnehin weit abgefahrene Winterreifen im Sommer aufzubrauchen und neuwertige einzulagern.
Welche Reifen eignen sich für Flotten im reinen Fernverkehr?
Highway-Reifen mit niedrigem Rollwiderstand und hoher Laufleistung, für Lenk-, Antriebs- und Trailerachse jeweils mit eigenem Profil.
Sollte jede Fahrzeuggruppe denselben Reifentyp fahren?
Nein. Eine Strategie nach Einsatzprofil, also Fernverkehr, Regional, Verteiler und Bau, bringt bessere Laufleistung und geringere Kosten als ein Einheitsreifen für alle.
Wann sollte der Reifencheck vor dem Sommer stattfinden?
Im späten Frühjahr, idealerweise im Mai, vor den ersten Hitzetagen und vor dem Ferienverkehr. Wer erst bei der ersten Hitzewelle prüft, riskiert Ausfälle in der auslastungsstärksten Zeit.
Wie viele Reserve-Reifen sollte eine Flotte im Sommer einplanen?
Das hängt von Flottengröße, Einsatz und Lieferzeiten ab. Als Planungsgröße rechnen viele Flotten mit einem Puffer von rund zehn Prozent auf die benötigte Menge, vor allem in den gängigen Trailer- und Antriebsgrößen.
Wie lange gilt die Garantie auf Hubtrac Reifen?
Bis zu 6 Jahre ab Herstellungsdatum auf Material- und Herstellungsfehler. Sie endet früher, wenn das Profil den Abriebindikator erreicht; erstattet wird anteilig nach Restprofil.
Quellen
- Kraftfahrgesetz 1967, § 102 Abs. 8a (Österreich): Winterreifenpflicht für Lkw und Busse
- Hubtrac – Garantiebedingungen
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Vor der Saison bestellen
Die richtige Bereifung für jede Fahrzeuggruppe
Highway, Regional und Mixed in den gängigen Größen, dazu Verteilergrößen in 17.5 und 19.5 Zoll. Wir planen mit Ihnen die Mengen je Achse und liefern ab Lager Graz.