Lkw-Maut in Europa 2026: Systeme, Länder und wichtige Änderungen
Wer mit einem Lkw durch Europa fährt, trifft auf unterschiedliche Mautsysteme, Fahrzeugklassen, CO₂-Kategorien, On-Board-Units und Zahlungsregeln. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Systeme und Änderungen für internationale Transporte im Jahr 2026.
Das Wichtigste auf einen Blick
- In Europa existiert kein einheitliches Lkw-Mautsystem für alle Länder.
- Die Kosten hängen häufig von Strecke, Gewicht, Achszahl, Euro-Norm und CO₂-Klasse ab.
- Deutschland und Österreich verwenden eine kilometerabhängige Maut.
- Frankreich und Italien rechnen überwiegend über mautpflichtige Autobahnabschnitte ab.
- Belgien verlangt für mautpflichtige Güterfahrzeuge eine aktive On-Board-Unit.
- Die Niederlande haben am 1. Juli 2026 eine kilometerabhängige Lkw-Maut eingeführt.
- Eine falsch eingestellte Achszahl oder Fahrzeugklasse kann Nachzahlungen und Strafen verursachen.
- Tarife sollten unmittelbar vor jeder internationalen Tour erneut geprüft werden.
Lkw-Maut in Europa 2026: Länderübersicht
Die Mautsysteme für schwere Nutzfahrzeuge unterscheiden sich in Europa erheblich. Einige Länder berechnen jeden gefahrenen Kilometer auf dem mautpflichtigen Straßennetz. Andere erheben Gebühren an Autobahnstationen, für bestimmte Tunnel, Brücken oder Gebirgspässe.
Für internationale Speditionen reicht es deshalb nicht, lediglich eine Mautbox im Fahrzeug zu haben. Vor der Abfahrt muss geprüft werden, ob die Box für alle geplanten Länder aktiviert ist, ob die Fahrzeugdaten korrekt hinterlegt wurden und ob zusätzliche lokale Registrierungen erforderlich sind.
| Land | Grundsystem | Typische Abrechnung | Wichtiger Hinweis 2026 |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Kilometerabhängige Lkw-Maut | OBU, App oder manuelle Einbuchung | Neue Bewertung bestimmter CO₂-Klassen seit 1. Juli 2026 |
| Österreich | GO-Maut | GO-Box oder kompatibler EETS-Dienst | Tarife abhängig von Achszahl und Emissionsmerkmalen |
| Frankreich | Streckenbezogene Autobahnmaut | Mautstation oder elektronische Mautbox | Betreiber und Streckentarife unterscheiden sich |
| Italien | Geschlossenes oder offenes Autobahnmautsystem | Ticket, Telepass oder kompatibler Dienst | Fahrzeugklasse und Strecke beeinflussen den Preis |
| Belgien | Kilometerabhängige Regionalmaut | Pflicht-OBU | CO₂-Aufschlag in Flandern seit 1. Juli 2026 |
| Niederlande | Kilometerabhängige Lkw-Maut | Aktive OBU erforderlich | Neues System seit 1. Juli 2026 |
| Tschechien | Elektronische Kilometermaut | On-Board-Unit | Fahrzeug- und Emissionsdaten müssen korrekt sein |
| Polen | Elektronische Straßenmaut | Registrierung und Ortungssystem | Mautpflichtiges Straßennetz vorab prüfen |
| Slowakei | Elektronische Kilometermaut | On-Board-Unit | Gilt auf ausgewählten Autobahnen und Straßen |
| Ungarn | Distanzabhängiges HU-GO-System | OBU oder Streckenticket | Geplante Route muss korrekt erfasst sein |
Diese Übersicht ersetzt keine aktuelle Tarifberechnung. Straßenabschnitte, Preise, Gewichtsklassen und Ausnahmen können geändert werden. Prüfen Sie vor Fahrtbeginn immer die offiziellen Mautportale der betroffenen Länder.
Wie wird die Lkw-Maut berechnet?
Die Mautkosten werden nicht ausschließlich anhand der gefahrenen Strecke bestimmt. In vielen Ländern fließen mehrere technische und betriebliche Faktoren in die Berechnung ein.
Gefahrene Strecke
Bei kilometerabhängigen Systemen ist die Länge der mautpflichtigen Route der wichtigste Grundwert.
Technisch zulässige Gesamtmasse
Die Gewichtsklasse entscheidet häufig darüber, ob eine Mautpflicht besteht und welcher Tarif angewendet wird.
Anzahl der Achsen
Mehr Achsen können zu einer anderen Tarifgruppe führen. Anhänger und Auflieger müssen bei der Einstellung berücksichtigt werden.
Euro-Schadstoffklasse
Fahrzeuge mit einer älteren Euro-Norm zahlen in vielen Systemen höhere umweltbezogene Gebühren.
CO₂-Emissionsklasse
Immer mehr Länder differenzieren die Maut zusätzlich nach den spezifischen CO₂-Eigenschaften des Fahrzeugs.
Sonderstrecken
Tunnel, Brücken, Alpenübergänge und einzelne Autobahnabschnitte können zusätzliche oder abweichende Gebühren haben.
CO₂-Emissionsklassen werden immer wichtiger
Neben der bekannten Euro-Schadstoffklasse spielt bei der Lkw-Maut zunehmend auch die CO₂-Emissionsklasse eine Rolle. Dabei handelt es sich nicht um dasselbe Merkmal: Die Euro-Norm bewertet vor allem Luftschadstoffe, während die CO₂-Klasse die Kohlendioxidemissionen beziehungsweise die CO₂-Effizienz des Fahrzeugs berücksichtigt.
In Deutschland existieren fünf CO₂-Emissionsklassen. Fahrzeuge werden standardmäßig häufig zunächst der Klasse 1 zugeordnet, sofern keine bessere Einstufung nachgewiesen und registriert wurde.
| CO₂-Klasse | Allgemeine Einordnung | Auswirkung auf die Maut |
|---|---|---|
| Klasse 1 | Referenzklasse beziehungsweise Fahrzeuge ohne bessere bestätigte Einstufung | In der Regel höchster CO₂-bezogener Anteil |
| Klasse 2 | Fahrzeuge mit gegenüber der Referenz verbesserten CO₂-Werten | Günstiger als Klasse 1 |
| Klasse 3 | Fahrzeuge mit deutlich verbesserten CO₂-Werten | Weitere Reduzierung möglich |
| Klasse 4 | Besonders emissionsarme schwere Nutzfahrzeuge | Vergünstigte CO₂-Komponente |
| Klasse 5 | Emissionsfreie Fahrzeuge | Besondere Befreiungen oder Vergünstigungen möglich |
Ein Euro-6-Lkw befindet sich nicht automatisch in einer günstigen CO₂-Klasse. Für die CO₂-Einstufung können unter anderem Erstzulassung, Fahrzeuggruppe und dokumentierte spezifische Emissionswerte entscheidend sein.
Lkw-Maut in Deutschland 2026
Deutschland erhebt eine streckenbezogene Maut für mautpflichtige schwere Nutzfahrzeuge auf Bundesautobahnen und mautpflichtigen Bundesstraßen. Zuständig für die technische Abwicklung ist Toll Collect.
Der Mautsatz setzt sich aus mehreren Kostenbestandteilen zusammen. Dazu gehören je nach Fahrzeug unter anderem Infrastrukturkosten, Kosten für Luftverschmutzung, Lärmbelastung und CO₂-Emissionen.
Wichtige Änderung seit 1. Juli 2026
Seit dem 1. Juli 2026 gelten für bestimmte Lkw über 16 Tonnen geänderte Grenzwerte bei der Zuordnung zu CO₂-Emissionsklassen. Ein Fahrzeug, das zuvor beispielsweise in Klasse 3 eingestuft war, kann bei der Neubewertung in Klasse 2 oder 1 fallen. Dadurch können die Mautkosten steigen.
Flottenbetreiber sollten die CO₂-Klasse deshalb nicht dauerhaft als unveränderlich betrachten. Die Einstufung sollte im Toll-Collect-Kundenportal regelmäßig überprüft werden, insbesondere nach einer Reklassifizierung oder Änderung der Fahrzeugdaten.
Möglichkeiten zur Mauterfassung
- Automatische Erfassung über eine On-Board-Unit
- Einbuchung über die Toll-Collect-App
- Online-Einbuchung einer konkreten Route
- Nutzung eines zugelassenen EETS-Anbieters
Prüfen Sie bei jeder Fahrzeugkombination die technisch zulässige Gesamtmasse, die aktuelle Achszahl und die hinterlegte CO₂-Klasse. Ein Fahrerwechsel verändert diese technischen Daten nicht, ein angekoppelter Anhänger kann jedoch eine andere Einstellung erforderlich machen.
GO-Maut in Österreich 2026
In Österreich gilt die fahrleistungsabhängige GO-Maut für Kraftfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse. Dazu gehören insbesondere Lkw, Busse und schwere Wohnmobile.
Die Abrechnung erfolgt gewöhnlich über eine GO-Box oder einen kompatiblen europäischen Mautdienst. Die Höhe der Maut hängt von der gefahrenen Strecke, der Achszahl sowie den Emissionsmerkmalen des Fahrzeugs ab.
Vor der Einfahrt nach Österreich prüfen
- Ist die GO-Box korrekt an der Windschutzscheibe montiert?
- Ist die richtige Achszahl eingestellt?
- Sind Euro-Norm und CO₂-Klasse nachgewiesen?
- Ist das Prepaid-Guthaben ausreichend beziehungsweise der Vertrag aktiv?
- Wurde das akustische Signal der GO-Box kontrolliert?
Auf bestimmten Alpen- und Tunnelstrecken gelten besondere Streckenmauttarife. Dazu können beispielsweise Abschnitte auf wichtigen Nord-Süd-Verbindungen gehören. Diese Strecken sollten bei der Kalkulation separat berücksichtigt werden.
Eine falsch eingestellte Achszahl, eine nicht funktionierende GO-Box oder fehlende Nachweise können zu Ersatzmaut und weiteren Verfahren führen. Warnsignale der Box dürfen nicht ignoriert werden.
Lkw-Maut in Frankreich
Frankreich nutzt auf einem großen Teil seines Autobahnnetzes ein streckenbezogenes Mautsystem. Die Autobahnen werden von unterschiedlichen Betreibergesellschaften verwaltet, weshalb Tarife und Zahlungsbedingungen je nach Strecke variieren können.
An geschlossenen Mautsystemen wird die Einfahrt registriert und bei der Ausfahrt anhand der gefahrenen Strecke und Fahrzeugklasse abgerechnet. Zusätzlich gibt es Abschnitte mit offenen Systemen oder elektronischer Free-Flow-Erfassung.
Die Fahrzeugklasse kann beeinflusst werden durch:
- Gesamthöhe des Fahrzeugs
- Technisch zulässige Gesamtmasse
- Anzahl der Achsen
- Fahrzeugart und Kombination
- Den konkret befahrenen Autobahnabschnitt
Für häufige Frankreich-Verkehre kann eine kompatible elektronische Mautbox den Ablauf an Mautstationen vereinfachen. Fahrer sollten dennoch die angezeigte Fahrzeugklasse kontrollieren und Belege aufbewahren.
Lkw-Maut in Italien
Auch Italien erhebt auf zahlreichen Autobahnen streckenbezogene Gebühren. Je nach Autobahnabschnitt wird ein offenes oder geschlossenes Mautsystem verwendet. Bei einem geschlossenen System wird die gefahrene Strecke zwischen Ein- und Ausfahrt berechnet.
Die Fahrzeugklasse richtet sich unter anderem nach Höhe und Achszahl. Für Fahrzeugkombinationen mit mehreren Achsen gelten entsprechend andere Tarifklassen.
Besondere Kostenfaktoren
- Lange Nord-Süd-Autobahnverbindungen
- Alpenübergänge und internationale Tunnel
- Viadukte und anspruchsvolle Gebirgsabschnitte
- Abweichende Tarife verschiedener Betreiber
- Zusätzliche Kosten bei falscher oder verlorener Einfahrtsregistrierung
Hinweis: Bei Verlust eines Tickets kann unter Umständen eine ungünstigere Streckenberechnung erfolgen. Tickets und elektronische Transaktionsbelege sollten daher bis zur vollständigen Abrechnung aufbewahrt werden.
Kilometermaut für Lkw in Belgien
Belgien erhebt eine kilometerabhängige Maut für Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen. Das System wird regional organisiert und umfasst Flandern, Wallonien und die Region Brüssel-Hauptstadt.
Mautpflichtige Fahrzeuge benötigen eine zugelassene On-Board-Unit. Diese muss während der Fahrt eingeschaltet und funktionsfähig sein – auch dann, wenn das Fahrzeug zeitweise auf einer nicht mautpflichtigen Straße fährt.
Wovon hängt der belgische Tarif ab?
- Zulässigem Gesamtgewicht einschließlich Anhänger
- Euro-Schadstoffklasse
- Befahrener Region
- Art der mautpflichtigen Straße
- Seit 2026 teilweise auch der CO₂-Klasse
Seit dem 1. Juli 2026 wird in Flandern zusätzlich ein CO₂-bezogener Aufschlag auf die Kilometermaut angewendet. Die konkrete Belastung hängt von der CO₂-Emissionsklasse des Fahrzeugs ab.
Neue Lkw-Maut in den Niederlanden seit 1. Juli 2026
Die Niederlande haben am 1. Juli 2026 eine kilometerabhängige Lkw-Maut eingeführt. Sie gilt für niederländische und ausländische schwere Güterfahrzeuge der Kategorien N2 und N3.
Die Maut wird auf fast allen niederländischen Autobahnen sowie auf bestimmten Provinz- und Gemeindestraßen erhoben. Für die automatische Erfassung ist eine aktive und korrekt installierte On-Board-Unit erforderlich.
Mit dem Start der niederländischen Lkw-Maut ist die Eurovignette für Fahrten in den Niederlanden seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr erforderlich. Für Fahrten nach Schweden oder Luxemburg kann sie je nach Route weiterhin relevant sein.
Vor einer Fahrt in die Niederlande
- Vertrag mit einem zugelassenen Mautdienst abschließen
- On-Board-Unit rechtzeitig bestellen oder abholen
- Fahrzeugkennzeichen und Zulassungsstaat korrekt hinterlegen
- Gewichts-, Euro- und CO₂-Daten prüfen
- OBU vor der Einfahrt aktivieren und eingeschaltet lassen
- Abrechnungen nach der Tour kontrollieren
Lkw-Maut in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn
Mittel- und osteuropäische Transitländer verwenden überwiegend elektronische, strecken- oder kilometerabhängige Systeme. Die Registrierung sollte vor der Einfahrt abgeschlossen sein, da eine nachträgliche Korrektur nicht immer möglich ist.
Polen
Polen verwendet ein elektronisches Mautsystem für bestimmte schwere Fahrzeuge und ausgewählte mautpflichtige Straßen. Konto, Fahrzeugdaten und Ortung müssen korrekt eingerichtet sein.
Tschechien
Das tschechische System berechnet die Maut elektronisch auf dem mautpflichtigen Straßennetz. Gewicht, Achszahl und Emissionsmerkmale beeinflussen die Abrechnung.
Slowakei
Für schwere Fahrzeuge gilt auf bestimmten Autobahnen, Schnellstraßen und Straßen eine elektronische Kilometermaut. Eine aktive OBU ist regelmäßig erforderlich.
Ungarn
Das HU-GO-System ermöglicht die Abrechnung über eine OBU oder über ein vorab gebuchtes Streckenticket. Bei einem Streckenticket darf die gebuchte Route nicht beliebig verlassen werden.
Wo gilt die Eurovignette 2026 noch?
Die Eurovignette ist eine zeitbezogene Straßenbenutzungsgebühr für bestimmte schwere Nutzfahrzeuge. Ihr Geltungsbereich hat sich in den vergangenen Jahren verkleinert, da mehrere Staaten auf nationale kilometerabhängige Systeme umgestellt haben.
Seit dem Start der niederländischen Kilometermaut am 1. Juli 2026 wird für die Niederlande keine Eurovignette mehr benötigt. Sie kann jedoch weiterhin für Fahrten in den verbleibenden Teilnehmerstaaten relevant sein.
Eine Eurovignette ersetzt keine nationale Mautbox in Deutschland, Belgien oder den Niederlanden. Prüfen Sie für jedes Transitland separat, welches System tatsächlich erforderlich ist.
Mautboxen und EETS: Eine Box für mehrere Länder?
Der European Electronic Toll Service, kurz EETS, soll die Abrechnung mehrerer europäischer Mautgebiete über einen zugelassenen Dienstleister vereinfachen. Dadurch können Flotten für mehrere Länder eine gemeinsame On-Board-Unit und eine konsolidierte Abrechnung verwenden.
Eine sogenannte Europa-Mautbox deckt jedoch nicht automatisch jedes Land, jede Straße und jedes Sondermautobjekt ab. Der konkrete Umfang hängt vom Anbieter, vom Vertrag und von den aktivierten Mautdomänen ab.
Vor Abschluss eines Mautvertrags prüfen
- Welche Länder und Mautdomänen werden abgedeckt?
- Werden Frankreich, Italien und Alpenstrecken unterstützt?
- Ist die neue niederländische Lkw-Maut aktiviert?
- Welche Geräte-, Service- und Transaktionskosten entstehen?
- Wie werden Fahrzeugwechsel und Kennzeichenänderungen verarbeitet?
- Gibt es Warnungen bei Gerätefehlern oder fehlender Mauterfassung?
- Wie schnell sind Einzelverbindungen in der Abrechnung sichtbar?
So lassen sich Mautkosten für eine Tour besser planen
Mautkosten können einen erheblichen Teil der variablen Transportkosten ausmachen. Eine reine Schätzung nach Entfernung reicht nicht aus, wenn eine Route mehrere Länder, Sonderstrecken und unterschiedliche Fahrzeugklassen umfasst.
Fahrzeugdaten erfassen
Dokumentieren Sie Gewicht, Achszahl, Euro-Norm, CO₂-Klasse, Fahrzeugkategorie und Kennzeichen.
Route genau festlegen
Erfassen Sie Transitländer, Autobahnen, Tunnel, Brücken, Alpenübergänge und mögliche Ausweichstrecken.
Offizielle Rechner verwenden
Nutzen Sie nach Möglichkeit die Tarifrechner der nationalen Mautbetreiber oder den Rechner Ihres EETS-Dienstleisters.
Sondergebühren addieren
Berücksichtigen Sie Tunnel, Fähren, Brücken, Zufahrtsgebühren und gegebenenfalls Umweltzonen separat.
Kosten nach der Fahrt prüfen
Vergleichen Sie geplante und tatsächlich berechnete Strecken, damit falsche Fahrzeugdaten früh erkannt werden.
Die günstigste Mautroute ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Route. Zusätzliche Fahrzeit, Kraftstoffverbrauch, Reifenverschleiß, Fahrverbote, Staus und Personalkosten müssen gemeinsam betrachtet werden.
Häufige Fehler bei der Lkw-Maut
| Fehler | Mögliche Folge | Vorbeugung |
|---|---|---|
| Falsche Achszahl eingestellt | Zu niedrige Abrechnung, Nachzahlung oder Strafe | Nach jedem An- oder Abkoppeln prüfen |
| OBU ausgeschaltet | Fahrt gilt möglicherweise als nicht ordnungsgemäß erfasst | Statusanzeige vor und während der Fahrt kontrollieren |
| Falsches Kennzeichen | Abrechnung kann nicht dem richtigen Fahrzeug zugeordnet werden | Daten nach Fahrzeugwechsel sofort aktualisieren |
| CO₂-Klasse nicht nachgewiesen | Einstufung in ungünstigere Tarifklasse | Fahrzeugdokumente hochladen und Status prüfen |
| Unzureichendes Prepaid-Guthaben | Gerät kann die Maut möglicherweise nicht korrekt abbuchen | Guthaben und Warnmeldungen vor Abfahrt prüfen |
| Falsche Route bei Streckenticket | Gebuchte Fahrt stimmt nicht mit tatsächlicher Strecke überein | Bei Routenänderung rechtzeitig neu buchen |
| Mautbox deckt Land nicht ab | Unbezahlte Maut trotz vorhandener Box | Aktivierte Mautdomänen vor Fahrt kontrollieren |
Checkliste vor einer internationalen Lkw-Tour
Mautkontrolle vor Fahrtbeginn
Welchen Einfluss haben Reifen auf die gesamten Transportkosten?
Die Maut kann durch eine effiziente Routen- und Fahrzeugwahl beeinflusst werden. Gleichzeitig bleiben Kraftstoffverbrauch und Reifenlaufleistung zentrale Faktoren der Kosten pro Kilometer.
Ein ungeeigneter Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und kann zu zusätzlichem Kraftstoffverbrauch sowie ungleichmäßigem Verschleiß führen. Für den internationalen Fernverkehr sollten daher Reifen gewählt werden, die zur Achsposition, Last, Geschwindigkeit und geplanten Route passen.
Besonders bei langen Autobahnfahrten können ein gleichmäßiges Verschleißbild, eine stabile Karkasse und ein optimierter Rollwiderstand die Wirtschaftlichkeit einer Flotte unterstützen.
Fazit: Mautdaten müssen 2026 aktiv gepflegt werden
Die europäischen Lkw-Mautsysteme werden zunehmend differenzierter. Neben Strecke, Gewicht und Achszahl spielen Euro-Norm und CO₂-Klasse eine immer größere Rolle. Gleichzeitig zeigt die Einführung der niederländischen Kilometermaut, dass sich etablierte Systeme kurzfristig grundlegend ändern können.
Speditionen und Flottenbetreiber sollten Fahrzeugdaten, Mautverträge und aktivierte Länder deshalb regelmäßig kontrollieren. Eine funktionierende Mautbox allein reicht nicht aus, wenn Gewicht, Achszahl, Kennzeichen oder Emissionsklasse falsch hinterlegt sind.
Wer die Maut bereits bei der Tourenplanung realistisch kalkuliert und die Abrechnung nach jeder Fahrt überprüft, reduziert das Risiko von Nachzahlungen und erhält eine zuverlässigere Grundlage für die Berechnung der tatsächlichen Transportkosten.
Häufig gestellte Fragen zur Lkw-Maut in Europa
Gibt es eine einheitliche Lkw-Maut für ganz Europa?
Nein. Die Länder verwenden unterschiedliche Systeme, Tarife, Gewichtsklassen und Abrechnungsmethoden. Eine EETS-Mautbox kann mehrere Systeme bündeln, deckt aber nicht automatisch jede Straße und jedes Land ab.
Wovon hängt die Höhe der Lkw-Maut ab?
Häufig von Strecke, technisch zulässiger Gesamtmasse, Anzahl der Achsen, Euro-Schadstoffklasse, CO₂-Klasse und dem jeweiligen Straßentyp.
Was ist der Unterschied zwischen Euro-Norm und CO₂-Klasse?
Die Euro-Norm beschreibt vor allem den Ausstoß bestimmter Luftschadstoffe. Die CO₂-Klasse bewertet dagegen die Kohlendioxidemissionen beziehungsweise die CO₂-Effizienz eines Fahrzeugs.
Was hat sich bei der deutschen Lkw-Maut im Juli 2026 geändert?
Seit dem 1. Juli 2026 gelten für bestimmte Fahrzeuge über 16 Tonnen neue Grenzwerte für die Zuordnung zu CO₂-Emissionsklassen. Dadurch kann ein Fahrzeug in eine ungünstigere Klasse fallen.
Ab welchem Gewicht gilt die GO-Maut in Österreich?
Die GO-Maut gilt für Kraftfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse.
Benötigt ein ausländischer Lkw in Belgien eine OBU?
Ja. Mautpflichtige ausländische und belgische Güterfahrzeuge müssen eine zugelassene und eingeschaltete On-Board-Unit verwenden.
Seit wann gilt die neue Lkw-Maut in den Niederlanden?
Die kilometerabhängige niederländische Lkw-Maut gilt seit dem 1. Juli 2026.
Benötigt man für die Niederlande noch eine Eurovignette?
Seit Einführung der niederländischen Kilometermaut am 1. Juli 2026 wird für die Niederlande keine Eurovignette mehr benötigt.
Kann eine Mautbox in mehreren Ländern verwendet werden?
Ja, wenn es sich um einen entsprechenden EETS-Dienst handelt und die benötigten Mautdomänen im Vertrag aktiviert wurden.
Muss die Achszahl nach dem Ankoppeln eines Anhängers geändert werden?
Bei Systemen, deren Tarif von der Achszahl abhängt, muss die aktuelle Fahrzeugkombination korrekt in der Mautbox eingestellt sein.
Was passiert, wenn die Mautbox nicht funktioniert?
Der Fahrer sollte Warnsignale beachten, die Fahrt je nach System manuell nachbuchen oder den Mautdienstleister kontaktieren. Eine defekte Box befreit nicht automatisch von der Mautpflicht.
Ist die kürzeste Strecke immer die günstigste?
Nein. Neben der Maut müssen auch Fahrzeit, Kraftstoffverbrauch, Staus, Fahrverbote, Tunnelgebühren und Reifenverschleiß berücksichtigt werden.
Offizielle Informationsquellen
Mauttarife und Regeln können sich ändern. Aktuelle Angaben finden Sie insbesondere bei den zuständigen nationalen Betreibern:
- Deutschland: Toll Collect
- Österreich: ASFINAG GO-Maut
- Belgien: Viapass
- Niederlande: Trucktol
- Europäische Union: European Commission – Road Charging